Netzbetreiber erstatten Stromausfallschäden

Stromausfallentschädigung
Der Stromausfall in Hannover hat klar vor Augen geführt, wie hilflos eine gesamte Großstadt ohne elektrische Energie ist. Angesichts der Menge an betroffenen Haushalten gerät der Einzelne leicht in den Hintergrund. Jeder ist im Moment des Stromausfalls auf sich selbst gestellt und hat danach vielleicht sogar Stromausfallschäden zu beheben. Doch viele wissen gar nicht, dass der örtliche Netzbetreiber für solche Schäden aufkommt. Einiges ist dabei zu beachten.

Unter 30 Euro kein Schadenersatz

Man sollte nach einem Stromausfall schnell mögliche Schäden dokumentieren und dem Netzbetreiben eine einfache Schadensmeldung per Post zukommen lassen. Wie hoch der Schaden letztendlich war, kann später mitgeteilt werden. Allerdings ist ein Mindestwert von 30 Euro für die Erstattung vorausgesetzt – darunter gibt es keinen Schadensersatz. Als Betroffener muss man außerdem klar darstellen können, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem entstandenen Schaden und dem Stromausfall besteht. Hat man die Adresse des Netzbetreibers nicht griffbereit, so kann man den Netzbetreiber auch über den eigenen Stromversorger informieren lassen, dieser leitet Ihr Anliegen dann weiter. Allerdings ist der Versorger nicht für Stromausfallschäden haftbar, da seit 2005 Energienetz und Energievertrieb gesetzlich getrennt sind. Nur in Sonderfällen, wenn der Versorger zum Beispiel einem säumigen Verbraucher die Stromzufuhr durch den Netzbetreiber unterbrechen lässt, dann können auch Ansprüche beim Versorger angemeldet werden.


Schadenobergrenz beträgt 5.000 Euro

Gewisse Voraussetzungen bedingen eine Erstattung: Ist durch einfache Fahrlässigkeit oder durch Vorsatz des Netzbetreibers ein Sachschaden entstanden und beträgt dieser mehr als 30 Euro, so kann der Betroffene Schäden melden und sie erstattet bekommen. Jedoch gibt es eine Schadensobergrenze von 5.000 Euro je Anschlussnutzer. Zieht man sich beispielsweise eine Lungenentzündung zu, weil durch den Stromausfall ein Heizungsausfall verursacht wurde, so haftet der Netzbetreiber auch für diesen Gesundheitsschaden. Klassische Schäden treten an sensiblen elektronischen Geräten auf. Andere typische Schäden sind tote Fische im Aquarium oder verdorbene Lebensmittel im ausgefallenen Kühlschrank. Mittels Liste und Fotos sollten die Schäden detailliert dokumentiert werden. Nachbarn sollten Schäden bezeugen können und technische Geräte sollte man notfalls von Fachleuten begutachten lassen. Hat man eine Hausratversicherung, so sind viele Schäden ohnehin abgesichert, und man muss sich nur mit seiner Versicherung in Kontakt setzen.

Mit Material von Bund der Energieverbraucher
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